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Netzhautablösung – Symptome, Ursachen & Behandlung

Eine Netzhautablösung tritt meist in Folge einer Verflüssigung und Abhebung des Glaskörpers auf. Durch einen Zug an der Netzhaut entsteht ein Netzhautriss bzw. -loch. Dadurch gelangt der flüssige Glaskörper unter die Netzhaut und hebt diese ab. Betroffene nehmen häufig Symptome wie Lichtblitze, schwarze Punkte sowie Vorhänge wahr.

Insbesondere PatientInnen mit einem Alter von 55 bis 70 Jahren sind für die Erkrankung anfällig, Veränderungen in der Grundstruktur des Glaskörpergerüsts werden jedoch häufig bereits in den ersten Lebensjahren beobachtet. Netzhautablösungen treten statistisch betrachtet bei einem von 10000 europäischen BewohnerInnen auf.

Netzhaut des Auges

Die Netzhaut, auch Retina genannt, ist Teil des Augenhintergrundes. Der Augenhintergrund ist die innere Oberfläche des Augapfels, welche unmittelbar durch die Pupille einsehbar ist. Zu ihm gehören auch Sehnervpapille und Netzhautgefäße. Er besitzt ein rötlich-oranges Aussehen.

Die Netzhaut ist ein Nervenzellen-Gewebe und setzt sich aus folgenden Schichten zusammen: 

Das eintreffende Licht durchquert diese Schichten und erreicht in weiterer Folge die Fotorezeptoren. Bei Fotorezeptoren handelt es sich sowohl um Stäbchen als auch um Zäpfchen. Die Stäbchen sind für die Wahrnehmung in der Nacht zuständig. Zapfen hingegen sind nicht so sensibel Licht gegenüber und erlauben das Wahrnehmen von Farben und das Tagsehen. Deren Außensegmente transformieren das Licht in elektrische Information.

Ursachen einer Netzhautablösung

Folgende Ursachen sind an einer eine Netzhautablösung beteiligt.

Glaskörperablösung durch eine Verflüssigung des Glaskörpers

Einer Netzhautablösung geht oftmals eine Glaskörperablösung voraus. Der Glaskörper setzt sich zu einem überwiegenden Teil aus Wasser zusammen, hinzu kommen als weitere Bestandteile Kollagen und Hyaluronsäure. Mit zunehmendem Alter oder bei Kurzsichtigkeit geht eine Verflüssigung und Schmälerung dessen einher. So verliert dieser das Vermögen, Wasser zu halten. Bei Verletzungen oder Prellungen des Auges kann eine Glaskörperabhebung ebenfalls früher auftreten. Der abhanden gekommene Teil des Glaskörpers wird durch Körperflüssigkeit substituiert. Veränderungen in der Grundstruktur der Glaskörpergerüsts werden oftmals bereits in ersten Lebensjahren beobachtet.

Die Abhebung setzt nun ein, indem sich der Glaskörper in Folge seiner eigenen Verkleinerung von der Netzhaut trennt. Der Glaskörper kann sich vollständig oder teilweise von der Netzhaut ablösen.

Mit einer Glaskörperabhebung gehen folgende Symptome einher: 

Eine hintere Glaskörperabhebung kann nicht behandelt werden.

Netzhautriss als Folge einer teilweisen Glaskörperabhebung

Bei einer teilweisen Abhebung besteht an gewissen Arealen weiterhin Kontakt zwischen der Netzhaut und dem Glaskörper. Diese Verbindung ist vor allem bei der Glaskörperbasis, dem vorderen Anteil des Glaskörpers, bzw. der Netzhautperipherie vorhanden. 

Augenbewegungen bewirken nun, dass der Glaskörper an diesen verbundenen Arealen mit seinem Eigengewicht an der Netzhaut zieht. Dies kann Irritationen an der Netzhaut hervorrufen oder im schlimmsten Fall bewirken, dass ein Netzhautriss bzw. Loch in der Netzhaut entsteht. 

Netzhautrisse treten vor allem im oberen Bereich der Netzhaut auf, da sich der Glaskörper natürlicherweise nach unten bewegt. Die Risse gleichen in ihrem Aussehen meist einem Hufeisen. Ist ein Betroffener stark kurzsichtig, kann das großflächigere Netzhautrisse zur Folge haben. 

Entstehung einer Netzhautablösung

Durch den Netzhautriss bzw. das entstandene Netzhautloch kann der Glaskörper in flüssiger Form unter die Retina eintreten und diese von den unterliegenden Schichten abheben. Besonders anfällig dafür sind PatientInnen, welche an Kurzsichtigkeit leiden, sich einer Operation ihrer trüben Linse unterzogen oder ein okuläres Trauma erlitten haben.

Formen der Netzhautablösung

Exsudative Ablatio

Einer Exsudativen Ablatio geht eine Schädigung des Pigmentepithels voraus. Es tritt in Folge Flüssigkeit aus den Aderhautgefäßen aus und reichert sich unter der Netzhaut an. Dabei kommt es zu keinem Einriss der Netzhaut. Verletzungen, Entzündungen, Tumore unter der Netzhaut sowie Gefäßerkrankungen sind Faktoren, welche diese Form der Netzhautablösung begünstigen.

Sie äußert sich bei dem Betroffenen durch größer werdende Schatten. Lichtblitze treten jedoch nicht auf. 

Traktionsablatio

Eine weitere komplexe Form der Netzhautablösung, die Traktionsablatio, entsteht, wenn sich in und vor der Retina Membrane ausbilden. Durch Schrumpfung dieser Membrane entsteht ein Zug an der Netzhaut, wodurch sich diese ablöst. 

begünstigen diese Form der Netzhautablösung.

Eine Traktionsablatio äußert sich bei den Betroffenen durch blinde Areale im Gesichtsfeld, in denen nichts wahrnehmbar ist sowie durch das Sehen von Blitzen, Funken oder Flimmern.

Symptome – So äußert sich eine Netzhautablösung

Symptomatisch für eine Netzhautablösung ist das Auftreten von Lichtblitzen. Wie ein schwarzer Regen oder aufsteigender Rauch können die Betroffenen zudem auch schwarze Punkte wahrnehmen.

Bei ersten Anzeichen vor der eigentlichen Netzhautablösung (wie Lichtblitzen oder Fäden) stellt es sich für PatientInnen teilweise als schwierig heraus, festzustellen, auf welchem der beiden Augen diese auftreten.

Baut sich eine dunkle Wand vor den Augen auf, die von verschiedenen Seiten aus eintreten kann, ist dies ebenso ein Anzeichen für eine Netzhautablösung. Findet die Netzhautablösung im unteren Bereich statt, so tritt ein Schatten von oben ein. Die wahrgenommenen Schatten verändern ihre Position bei Augenbewegungen nicht, was bei einer Glaskörpertrübung jedoch schon der Fall ist.

Im späteren Stadium fällt das Sehen deutlich schwerer. Das Sehvermögen nimmt deutlich ab, wenn das Sehzentrum durch eine Netzhautablösung betroffen ist. Kommen aufgrund von einreißenden Gefäßen Glaskörperblutungen hinzu, kann eine zusätzliche Visusminderung auftreten.

Es handelt sich bei der Netzhautablösung um einen dringlichen Notfall. Erfolgt keine Therapie, kann mit dieser sogar der vollständige Verlust des Sehvermögens verbunden sein.

PatientInnen nehmen Symptome nicht ernst genug

Oftmals nehmen PatientInen die Anzeichen einer Netzhautablösung tatsächlich wahr. Häufig wird jedoch nicht erkannt, wie schwerwiegend und problematisch diese bereits sind. Weiters werden die Anzeichen häufig nicht direkt mit einer Netzhautablösung in Verbindung gebracht.

Es ist von wichtiger Bedeutung, Aufklärungsarbeit bei den PatientInnen zu leisten: Bei einer Vielzahl der PatientInnen ist bereits eine Ablösung der Makula zu beobachten, wenn sie erstmals ihren Augenarzt konsultieren. Mehr als die Hälfte der PatientInnen verabsäumen es, den Augenarzt rechtzeitig aufzusuchen, da sie über keine Kenntnisse der typischen Anzeichen einer Netzhautablösung verfügen.

Risikofaktoren

Insbesondere Personen, die von Kurzsichtigkeit betroffen sind, neigen dazu, eine Netzhautablösung zu entwickeln. Sind Dioptrien über -3 vorhanden, ist die Gefahr bereits deutlich erhöht. Bei an Myopie leidenden Personen setzt bereits sehr früh eine Verflüssigung der Glaskörpers ein. Untersuchungen belegen, dass die Hälfte aller PatientInnen mit rissbedingter Netzhautablösung auch kurzsichtig waren. Bereits jeder dritte Mensch in Europa leidet an Kurzsichtigkeit, und auch bei jungen Personen wird diese früh festgestellt.

Auch Kataraktoperationen (Kunstlinsenoperationen) bergen die Gefahr, dass sich der Glaskörper rascher verflüssigt. Sind 6 Jahre nach der Operation vergangen, ist die Gefahr, an einer Netzhautablösung zu erkranken, bereits um das 7-Fache gestiegen. Mit der Zeit steigt dieser Faktor noch weiter an. Diese Tatsachen sollten in Gesprächen mit dem Augenarzt Erwähnung finden, jedoch nicht dazu veranlassen, dass eine Kataraktoperation ausgeschlossen wird.

Wirkt eine Kraft von außen auf den Augapfel ein, spricht man von einem stumpfen Bulbustrauma. Auch dies kann dazu führen, dass winzige Löcher im Augenhintergrund entstehen.

Kurzsichtigkeit, Kunstlinsenoperationen sowie ein Trauma des Augapfels begünstigen die Entstehung einer Ablösung der Netzhaut

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Wie kann ich einer Ablösung vorbeugen?

Um das Auftreten einer Netzhautablösung zu verhindern, sind Kontrollen beim Augenarzt von wichtiger Bedeutung. Alle zwei Jahre sollte der Augenhintergrund gründlich kontrolliert werden, vorausgesetzt es liegt eine Myopie von -3 Dioptrien oder mehr vor.

Behandlung – Schließen der Löcher in der Netzhaut

Die Behandlung einer Netzhautablösung beruhen im Wesentlichen auf dem Verschluss der entstandenen Löcher in der Netzhaut. Zwei Methoden sind heutzutage gebräuchlich.

  1. Bei der Laserkoagulation oder Kryokoagulation wird eine Narbenbildung hervorgerufen. Bei der Kryokoagulation wird mit Kältewirkung gearbeitet, um den Augapfel durchzufrieren. Für eine ausreichende Narbenbildung ist es bei diesen Methoden aber erforderlich, dass die Netzhaut weiterhin anliegt und nicht bereits abgehoben ist.
  2. Bei einer OP der Netzhautablösung wird die Netzhaut anfangs angelegt. Danach werden eine Laserkoagulation oder Kryokoagulation angewendet, um die Netzhautlöcher langfristig zu verschließen. Operative Verfahren gliedern sich in skleraeindellende Eingriffe und die Vitrektomie. Bei letzterer handelt es sich um eine chirurgische Glaskörperentfernung.

Lesenswertes

Netzhaut Selbsthilfe – Austausch unter Betroffenen

Quellen

1. Prof. Dr. med. Berthold Seitz. Glaskörperabhebung, hintere. Klinik für Augenheilkunde. Universitätsklinikum des Saarlandes

2. Prof. Dr. med. Berthold Seitz. Netzhautablösung. Klinik für Augenheilkunde. Universitätsklinikum des Saarlande

3. Jens Huppelsberg, Kerstin Walter. Kurzlehrbuch Physiologie: 42 Tabellen. Georg Thieme Verlag. 2009

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11. Franz Grehn. Augenheilkunde. Springer-Verlag. 04.10.2019

12. Gesa-Astrid Hahn. Kurzlehrbuch Augenheilkunde. Georg Thieme Verlag. 24.10.2012

13. Rolf Rossaint, Christian Werner, Bernhard Zwißler. Die Anästhesiologie: Allgemeine und spezielle Anästhesiologie, Schmerztherapie und Intensivmedizin. Springer-Verlag, 24.10.2012

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