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Amblyopie – Schwachsichtigkeit & funktionelle Sehschwäche bei Kindern

Amblyopie, auch Schwachsichtigkeit oder funktionelle Sehschwäche genannt, ist ein Funktionsfehler, der in der Kindheit entsteht, wenn das kindliche Auge nicht „lernt, scharf zu sehen“. Daher ist es unabdingbar, eine umfangreiche, frühzeitige ophthalmologische Untersuchung durchzuführen. Je früher eine Therapie erfolgt, desto besser ist eine Amblyopie behandelbar.

Behandlung einer Amblyopie bei einem Jungen mittels Spezial-Gläsern, welche vom Arzt eingestellt werden

Ursachen

Die Ursachen einer Schwachsichtigkeit können Schielstellungen, Refraktionsfehler (höherer Astigmatismus – = Hornhautverkrümmung, unterschiedliche Dioptrien auf beiden Augen, höhere Hyperopie = Weitsichtigkeit) oder Anomalien (Unregelmäßigkeiten) der Lider und eine Trübung der brechenden Medien sein. Die familiäre Vererbung spielt eine bedeutende Rolle, Fehlsichtigkeiten können angeboren sein.

Symptome – So äußert sich eine Schwachsichtigkeit

Kinder können bei einer Amblyopie Defizite aufweisen, wie Ungeschicklichkeit, häufiges Stolpern oder Probleme, Distanzen abzuschätzen. Ganz wichtig ist dabei hervorzuheben, dass eine Amblyopie oft nur ein Auge betrifft und die Eltern zu Hause keine Möglichkeit haben, das zu erkennen. Auch bei einer milderen Sehschwäche beider Augen sind Kinder im Alltag unauffällig. Deshalb sind frühe und regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt dringend notwendig! 

Die Sehfähigkeit entwickelt sich in der frühen Kindheit. Eine Vorsorgeuntersuchung soll, bei unauffälliger Familienanamnese (Vorgeschichte einer Krankheit), spätestens um den 2. Geburtstag stattfinden (Mutter-Kind-Pass), auch bei einem normalen Befund sollten dann regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden. 

Gibt es in der Familie aber z.B. Personen mit einem „schwachen Auge“ oder Schieler, ist eine deutlich frühere augenärztliche Vorstellung wichtig. Ist die Sehentwicklung einmal abgeschlossen (rund um den 12. Geburtstag), kann eine Amblyopie schwer therapiert werden.

Schwachsichtigkeit äußert sich durch Ungeschicklichkeit, Stolpern oder das Unvermögen, Distanzen richtig zu identifizieren

Behandlung und Therapie

Droht eine Amblyopie oder ist sie schon vorhanden, soll zuallererst eine passende Brille angefertigt und konsequent getragen werden. In manchen Fällen ist das Tragen der entsprechenden Korrektur schon die gesamte Therapie. Ist z.B. Schielen die Ursache, muss meist eine Okklusionsbehandlung (Abdecken des gesunden Auges mit z.B einem Pflaster) begonnen werden, um das schwachsichtige Auge gezielt zu trainieren. Wenn die brechenden Medien getrübt sind, kann eine Operation nötig sein. 

Abschließend ist nochmals hervorzuheben: Je früher eine Amblyopietherapie beginnt, umso größer ist die Aussicht auf Erfolg!

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Amblyopie bei Erwachsenen erfolgreich behanden?

Aus neuesten Forschungsergebnissen geht hervor, dass die Behandlung von Amblyopie auch zu einem späteren Zeitpunkt, nämlich im Jugendlichen- und Erwachsenalter, erfolgen kann und durch eine kontinuierliche Therapie eine partielle Verbesserung der Sehschärfe bewirkt werden kann. Dies ist auf die Erkenntnis zurückzuführen, dass mit fortschreitendem Alter die neuronale Plastizität weiterhin Bestand hat oder wieder regeneriert werden kann. Dabei handelt es sich um die Formbarkeit des Gehirns und dessen Vermögen, sich während des Lebens laufend verändern zu können. Faktoren wie das Vorliegen einer zentralen Fixation haben dabei maßgeblichen Einfluss darauf, ob Aussicht auf eine Besserung des Sehfähigkeit besteht.

Bei der Therapie der Amblyopie durch Bedecken des gesunden Auges mit einem Pflaster wurden bei Jugendlichen und älteren Kindern positive Resultate in einem klinischem Rahmen erzielt.

Ebenso kann bei Erwachsenen oftmals eine Steigerung der Sehleistung am amblyopen Auge nachgewiesen werden, nachdem das andere, nicht von der Amblyophie betroffene Auge, auch Führungsauge genannt, in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ist beispielsweise im Alter an einem zuvor einwandfrei funktionierenden Auge eine Makuladegeneration und Sehminderung aufgetreten, kann sich das positiv auf das andere, amblyiope Auge auswirken. Die Aussicht auf eine solche Besserung wird jedoch häufig zu optimistisch gesehen und bewertet.

Trotz der beschriebenen Erfolgen bei Erwachsenen sollte das Hauptaugenmerk der Therapie der Amblyophie auf der kritischen Phase liegen, welche bereits im Alter von 7-9 Jahren endet. Während  solcher früheren Phasen ist das Lernvermögen des Gehirns und der Augen verstärkt vorhanden.

Lesenswertes

Fachartikel zur Schwachsichtigkeit

Quellen

1. O. Ehrt. Neues zur Amblyopietherapie. Ophthalmologe 105:494–498. 2008

2. M. Fronius. Okklusionstherapie bei Amblyopie – Altersabhängigkeit und Dosis-Wirkungs-Beziehung. Ophthalmologe 113:296–303. 2016

3. Schmidt, Prof. Dieter. Auch Erwachsene behandeln – Adults Should Be Treated Too. Dtsch Arztebl Int 109(18): 342. 2012

4. Michaela Bitzer. Amblyopie – Amblyopie-Screening bei 4–5-Jährigen – Was sagt die Literatur?. Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde 232(11): 1247 – 1248. 2015

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