Tauschlinsensysteme Unterschiede

Was ist der Unterschied zwischen:

Tauschlinsen (= Wegwerflinsen) und Angepassten (=Dauertrage) linsen?

kontaktlinsen
Kontaktlinsen sind, medizinisch gesehen, Implantate.

Sie sollten daher immer unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle stehen.

Kontaktlinsentragen das „Dauerrisiko“

Jede Kontaktlinse birgt das Potential in sich, Hornhautschäden zu erzeugen. Sie liegen auf der einen Seite direkt der Hornhaut auf und werden auf der anderen Seite von den Augenlidern umschlossen. Die Hornhaut ist gefäßlos und durch ihre spezielle strukturelle Beschaffenheit ist sie lichtdurchlässig. Daher ist sie sehr sensibel und bei der Ernährung und Sauerstoffversorgung auf die ständige Umspülung von Tränenflüssigkeit angewiesen. Kommt es in diesem sensiblen Gleichgewicht zu Störungen, so kann dies zu schweren Entzündungen und Geschwüren führen. Die Hornhaut besteht hauptsächlich aus Kollagenfibrillen, welche parallel angeordnet sind. Durch diese Zwischenräume dringt der sichtbare Teil des Lichtes hindurch. Wird diese Anordnung durch Narben zerstört, so wird dieser Teil undurchsichtig und weiß.

Die Kontaktlinse das medizinische Implantat!

Bei medizinischen Implantaten steht primär die biologische Verträglichkeit durch die Passform und Materialwahl im Vordergrund. Erst nach dem Anpassen der Grundlinse werden in weiterer Folge die aus der Grundform resultierenden Restdioptrien bestimmt. Dieser individuelle Zugang schafft erst die Grundlage zur biologischen Verträglichkeit, dann die Dioptrien zum perfekten Sehen. Dies im Gegensatz zum Massenprodukt vom Optiker, bei dem primär der Ausgleich des Dioptriendefizits und die scheinbare Sauberkeit eines Tauschproduktes, unter Vernachlässigung der individuellen biologischen Bedürfnisse, im Vordergrund stehen. So wie wir nicht regelmäßig mit Papptellern und Plastikbesteck essen, so sollten wir dies auch unseren Augen nicht zumuten.

Individuallinsen die „massgefertigten“ Individuallinsen

Angepasste Individuallinsen gibt es als formstabile, flexible und weiche Linsen je nach individuellem Bedürfnis.

Wegwerflinsen das „weiche“ Massenprodukt

WegwerfLinsen gibt es nur als Weichlinsen unter der Bezeichnung Tages-Wochen- oder Monatslinsen von vielen Herstellern. Wegwerflinsen bieten auf Grund der ungenügenden und stark limitierten Variationsmöglichkeit eines Massenproduktes keine ausreichende Anpassmöglichkeit. Wegwerflinsen sind Massen-Fertigungen, die in hohen Stückzahlen als identische Linsen produziert werden. Diese Linsen sind viel dünner und haben keine Formstabilität. Sie werden oft auch als selbstanpassend bezeichnet. Dies drückt die Eigenschaft dieser Linsen aus, sich voll an die Hornhaut anzulegen wie eine dünne Kunstofffolie.So wie jeder Luftballon sich über jede Grundform stülpen lässt, so schmiegt sich die Wegwerflinse jedem Auge an. Auf Grund der Dünne und der Anschmiegsamkeit, kommt es dann oft zum Dehydrieren der Linse, zur verminderten Beweglichkeit und dann in weiterer Folge zum Ankleben an die Hornhaut.

Die Hornhaut erstickt unter der Gummifolie

Dies führt dann zu extremem Sauerstoff- und Nährstoffmangel der Hornhaut (die Hornhaut droht zu ersticken), welcher dann in weiterer Folge zu Entzündungen und Geschwüren mit Narbenbildung führt. Ein langzeitlicher Missbrauch führt daher über kurz oder lang zu schweren Hornhautschäden. Aus diesem Grund sollten Wegwerflinsen (wie Pappteller und Plastikbesteck) nur über einen begrenzten Zeitraum benutzt werden (z.B. beim Sport am Nachmittag 1x die Woche, oder für 2 Wochen im Urlaub). Für alle anderen Fälle, bei denen ein Linsenwunsch besteht, sollten unbedingt angepasste Individuallinsen unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle getragen werden!


Zuletzt aktualisiert am: 30. November 2015

 

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Dr. Andreas Prangl-Grötzl
Facharzt für Augenheilkunde
und Optometrie
Kontaktlinsenoptiker

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